Leinen

Leinen

 

Der Leinenstoff hat eine jahrtausendlange Geschichte hinter sich. Schon Ägypter und Babylonier bauten Flachs an.

Die Leinenfasern werden aus dem Stängel der Flachspflanze angebaut. Der Flachs ist eine einjährige Pflanze und muss jedes Jahr neu gesät werden. Nach 90 bis 120 Jahre ist das Wachstum beendet. Die Wuchshöhe beträgt bis zu 120cm. Die Aussaat erfolgt von März bis April. Geerntet wird das Flachs im Juli und August. Für die Ernte und Fasergewinnung sind folgende Schritte notwendig: Raufen, Riffeln, Rösten und Rotten, Trocknen Brechen und Schwingen sowie Hecheln. Darauf wird aber nicht näher eingegangen.

Leinen sind ähnlich aufgebaut wie Baumwollfasern. Leinen ist steifer, da der Pflanzenleim die Elementarfasern zusammenhält. Leinenfasern sind in der Oberfläche glatter als Baumwolle. Gerne wird Leinen mit Baumwolle zu Halbleinen vermischt.

Leinenstoffe haben kaum Lufteinschlüsse. Deshalb fühlen sich Leinenstoffe frisch und kühl an und sind als Sommerkleidung sehr beliebt. Ebenfalls ist Leinen sehr saugfähig. Feuchtigkeit wird schnell aufgenommen und wieder schnell an die Umgebung abgegeben. Leinenstoffe unterstützen die Klimaregelung des Körpers an heißen Tagen. Die Strapazierfähigkeit des Leinens ist sehr gut. Nasse Leinenfaser ist noch reißfester als trockene. Leinenstoffe sind kaum dehnbar. Leinen ist mit einer 2% Dehnung im Vergleich zu anderen Bekleidungsfasern am wenigsten dehnbar. Elektrostatisch kann sich Leinen nicht aufladen, da die Faser ständig Feuchtigkeit enthält. Leinenstoffe sind wegen der Oberfläche weniger schmutzanfällig und fusseln nicht.

Nun zur Pflege von Leinenstoffe:

Leinen ist kochfest (Einschränkung durch Veredelung und Verarbeitung). Chlorbleiche ist möglich und gebügelt kann der Leinenstoff bis 220 Grad. Der Leinenstoff soll feucht sein. Leinenstoffe vertragen die allgemein üblichen Lösemittel. Trocknung im Wäschetrockner ist möglich.